Auf jede Reise nimmst du dich selbst mit

In der nächsten Disko ist alles besser - Komm lass uns gehen! oder wie Seneca es weit schöner sagt: "Es werden unstete Reisen unternommen und Meeresküsten durchwandert, und der Wankelmut, stets dem Gegenwärtigen abhold, versucht sich bald zur See, bald zu Lande. Jetzt nach Campanien! – bald ist die liebliche Gegend zum Ekel geworden. Unkultivierte Länder wollen wir besehen: die bruttischen und lucanischen Waldgebirge wollen wir durchstreifen; etwas Angenehmes wird doch in jenen Wüsteneien zu finden sein, woran die verwöhnten Augen von dem Anblick so schauerlicher Gegenden sich erholen können. Tarent laß uns aufsuchen und seinen gepriesenen Hafen, zum Winteraufenthalt unter milderem Himmel, eine Gegend, die selbst für ihre alte Bevölkerung reich genug ist. Jetzt wieder nach Rom! schon zu lange hörten unsre Ohren nichts von seinem Beifallklatschen und Gelärme; auch möchte man sich wieder einmal an Menschenblut ergötzen. So unternimmt man eine Reise nach der andern, und Schauspiele wechseln mit Schauspielen, wie Lukretius sagt: Also flieht vor sich selbst beständig ein jeder. Aber was hilft es, wenn er sich nicht entfliehen kann?
Er selbst folgt sich nach als der lästigste Begleiter.
Nicht an den Orten liegt der Fehler, sondern in uns selbst.“

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Samurai – Himmel und Hölle

Ikea-Effekt

jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich