Vorurteile sind hartnäckig

Muzaffer Şerif führte außerdem das sog. Ferienlagerexperiment durch. Dabei brachte er Jungen in einem Ferienlager zusammen, die sich zuvor noch nicht kannten. Die 22 Jungen wurden in zwei Bussen mit je 11 Passagieren unabhängig voneinander und an verschiedenen Plätzen des Robbers Cave State Parks abgesetzt. Die Jungen verbrachten zunächst mehrere Tage als zwei kleine Gruppen, welche getrennt voneinander Ausflüge unternahmen, bis sie ein Gruppengefühl entwickelt hatten. Danach ließ man die Gruppen gegeneinander in Wettbewerben antreten, welche jedoch zu gunsten von immer derselben Gruppe manipuliert wurden. Es dauerte nicht lange, bis die Mitglieder der einen Gruppe die Mitglieder der anderen Gruppe beschimpften und ihnen gegenüber aggressiv wurden.

Nachdem man zwei rivalisierende Gruppen geschaffen hatte, begann das eigentliche Experiment. Zuerst ließ man beide Gruppen gemeinsam essen oder Filme sehen, jedoch reduzierte dies nicht die Stereotype und Gehässigkeiten zwischen den Gruppen. Erst als man den Gruppen Aufgaben stellte, die sie nur gemeinsam lösen konnten (z. B.: durften sie einen Film nur sehen, wenn sie es alle gemeinsam taten), reduzierten sich die Stereotype nach und nach.Mit diesem Experiment wurde gezeigt, dass es zum Abbauen von Stereotypen nicht reicht, genügend Kontakt zwischen den verschiedenen Gruppen herzustellen, sondern auch u. a. gemeinsame Ziele und aktive Zusammenarbeit notwendig sind. Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage u. a. für Elliot Aronsons Gruppenpuzzle-Konzept.



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