Bevormundungsstop; Selbstverantwortliches Handeln ermöglichen.



Es handelt sich um eine humanistische, allgemeine organismische und dialektische Theorie der menschlichen Motivation (Deci & Ryan, 1985a), welche die Wertigkeit entwickelter innerer Ressourcen zur Persönlichkeitsentwicklung und Verhalten zur Selbstregulation aufzeigt. Die Selbstbestimmtheit bezieht sich dabei nicht nur auf das Ausmaß, in dem Menschen über ihre Handlungen tatsächlich selbst frei entscheiden, sondern auch um eine Art gefühlte Entscheidungsfreiheit. Grundlage für die Entwicklung der Theorie ist die Annahme von drei psychologischen Grundbedürfnissen und der angeborenen Tendenz, diese zu befriedigen, um so persönliche Entwicklung und psychisches Wohlbefinden zu erreichen. Die Methoden zur Erfüllung und der Grad der Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse werden determiniert durch die eigene Kompetenz, Umweltansprüche, Hindernisse und Anforderungen im sozio-kulturellen Kontext. Mediiert wird dieser Einfluss durch die intrinsische Motivation. Die Variationen in der Erfüllung jedes der drei Bedürfnisse sind im täglichen Wohlbefinden unabhängig voneinander. In den letzten Jahrzehnten haben sich unter dem Dach der Selbstbestimmungstheorie fünf Subtheorien entwickelt, mit welchen die Befunde aus der Forschung erklärt werden können.
Nicht die Stärke, sondern die Qualität bzw. Art der Motivation entscheidend. Sie unterscheidet hierbei zwischen

Amotivation: keine Motivation vorhanden
Extrinsische Motivation: von außen reguliert

Intrinsischer Motivation: von innen heraus reguliert

Die Kognitive Evaluationstheorie (CET, engl. Cognitive Evaluation Theory) beschreibt die Effekte des sozialen Kontextes auf die intrinsische Motivation. Entsprechend den psychologischen Grundbedürfnissen sind für das Zustandekommen und die Aufrechterhaltung der intrinsischen Motivation Sozial- und Umweltfaktoren nötig, welche die Autonomie des Handelnden unterstützen und das Kompetenzerleben stärken. Die Kompetenz sollte als selbstbestimmt wahrgenommen und erlebt werden. Das Handeln soll als selbst verursacht wahrgenommen werden und nicht als extern kontrolliert. Ebenfalls betont die CET die Wichtigkeit der Zufriedenheit für das Bedürfnis der sozialen Eingebundenheit, welche zur Erhöhung intrinsischer Motivation führt.

Selbstbestimmungstheorie der Werte (nach Tim Kasser) (Überarbeitung empfohlen, Relevanz an dieser Stelle umstritten) Bei der Selbstbestimmungstheorie der Werte handelt es sich nicht um eine Theorie, sondern um einen Ansatz aus dem angloamerikanischen Raum, der empirisch in der Motivationstheorie begründet ist. Ausgehend von der Annahme, dass Werte bestimmte Verhaltensweisen und Erfahrungen nach sich ziehen, indem sie die Bewertung der Wünschbarkeit von Objekten und Situationen beeinflussen, helfen Werte dem Selbst sich weiter zu entwickeln und seine Bedürfnisse zu befriedigen. Werte drücken also Bedürfnisse aus und unterstützen das Selbst bei der Selektion von Erfahrungen, die für es förderlich und wünschenswert sind.

Die Wertsysteme von Individuen stehen dabei in engem Zusammenhang mit ihren psychologischen Bedürfnissen. Die drei zentralen angeborenen psychologischen Bedürfnisse, die für intrinsische und extrinsische Motivation relevant sind, umfassen

Autonomie (wahrgenommene Selbstbestimmtheit des eigenen Handelns)
Kompetenz (individuell wahrgenommene Wirksamkeit bei der Ausübung bestimmter Verhaltensweisen)
menschliche Nähe (individuelle Wahrnehmung der sozialen Eingebundenheit)
Werte können intrinsisch gedacht werden, wenn sie dem Wachstum des Selbst und dem Bedürfnis nach Autonomie und menschlicher Nähe dienen. Extrinsische Motivation leitet sich dagegen oft aus Zwang, Kontrolle und Druck ab. Als Beispiele für extrinsische Werte wären in erster Linie finanzieller Erfolg, Reichtum und Ruhm (also Belohnungen von außen) zu nennen.

Individuen aller Kulturen besitzen dieselben psychologischen Bedürfnisse und streben nach persönlicher Weiterentwicklung und Integration. Intrinsische Werte unterstützen dabei persönliches Wachstum und Integration und sind den Menschen generell wichtiger als extrinsische Werte. Lebensweltliche Bedingungen können intrinsisch motivierte Aktivitäten untergraben und schwächen. Wenn die lebensweltlichen Bedingungen nicht die psychologische Bedürfnisbefriedigung unterstützen, hat dies die Konzentration auf extrinsisch orientierte Werte zur Folge. Extrinsische Werte dienen in diesem Falle als Kompensationsstrategie.

Optimale Weiterentwicklung und Wohlbefinden erfolgt gemäß der Selbstbestimmungstheorie bei intrinsischer Motivation. Extrinsische Werte dagegen signalisieren Entfremdung von Entwicklungsprozessen des wahren Selbst. Intrinsisch orientierte Menschen erfahren also größeres Wohlbefinden. Die kulturübergreifende Forschung unterstützt die Vorstellung, dass die Ergebnisse der Selbstbestimmungstheorie universal und nicht kultur-spezifisch sind.


In der Selbstbestimmungstheorie kommt den Prozessen der Zielsetzung und Zielverfolgung auf der Ebene abstrakter Lebensziele, die auch Aspirationen genannt werden, zentrale Bedeutung zu. Oftmals wird der so genannte Aspirationsindex verwendet, um allgemeine Lebensziele von Individuen zu erfassen. Der Aspirationsindex ist ein auf der Basis der Selbstbestimmungstheorie entwickelter Fragebogen, der allgemeine Lebensziele mit Hilfe von sieben Subskalen (Persönliches Wachstum, Beziehungen, Gesellschaft, Gesundheit, Wohlstand, Ruhm, Attraktivität) zu erfassen versucht.
http://reformzeiten.blogspot.de/2013/11/selbstbestimmungstheorie-der-motivation.html

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