Wir wollen den Bus fahren. Aber wer oder besser wie fährt man den Bus. Gazzinga glaubt: nicht wir. Für Gazzaniga ist es„eine unumstößliche und experimentell bewiesene Tatsache, dass eine Handlung immer schon ausgeführt ist, wenn sich das Gehirn ihrer bewusst wird“. Laut Gazzaniga findet in der linken Gehirnhälfte eine für die Ich-Illusion verantwortliche „Interpretation“ statt. Diese bewussten Handlungserklärungen hinken allerdings der neuronalen Realität unbewusster Verarbeitung hinterher, ja, mehr noch: „Das Ich, auf das Sie so stolz sind, ist eine Fiktion, die Ihr Interpretier-Modul fabriziert, um so gut wie möglich Ihr Verhalten zu erklären.“ Es gibt also für Gazzaniga keinen neurophysiologischen Grund, das Strafrecht umkrempeln zu wollen, wie es hierzulande gerne und ausdauernd diskutiert wird. Ein Grund mehr, nicht nur, wie Niklas Luhmann einmal sagte, die ganz gut funktionierende rechtliche Argumentation von der „unbeständigen Ebbe un...