Gewalt nimmt ab - nur nicht im Fernsehen
An den Zahlen Pinkers übt der Sozialpsychologe Harald Welzer indessen keine Kritik. Er geht davon aus, dass der Rückgang der Gewalt im Prozess der Zivilisation historisch zutreffend ist. Das heiße aber nicht, dass das weiterhin so bleibe. Schon Norbert Elias habe „tiefgreifende Prozesse von Entzivilisierung für möglich gehalten“; die einmal eingeschlagene Richtung des Zivilisationsprozesses sei keineswegs unumkehrbar. Man müsse vielmehr davon ausgehen, dass die zunehmende Friedfertigkeit mit der Zunahme des materiellen Wohlstands zusammenhänge, und dieser „basierte auf der globalen Verbreitung des kapitalistischen Wirtschaftsmodells, das eine Steigerung des Wohlstandsniveaus durch Erhöhung von Produktivität sicherstellte, die ihrerseits durch permanent gesteigerten Energieeinsatz und Ressourcenverbrauch ermöglicht wurde“. Dies sei aber nur so lange gutgegangen, so lange die Erde für die Wohlstandmehrung genug Ressourcen bereitstellen konnte. Inzwischen seien aber die Grenzen des Wachstums erreicht, die Ressourcenübernutzung der Erde konfrontiere immer mehr Menschen damit, keinen Anteil an den Reichtümern der Erde zu haben. „In dem Augenblick, in dem nicht mehr genug für alle da war [...], kehrte der Zivilisationsprozess sich um und die Gewalt kehrte zurück.“[
https://www.wikiwand.com/de/Gewalt:_Eine_neue_Geschichte_der_Menschheit
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