Gamification
Das Verlangen zu spielen, um dabei zu lernen, ist ein biologischer Mechanismus. Stark vereinfacht gesehen ist das Lernen sogar das Lustvollste und Zufriedenstellendste, das wir Menschen empfinden können. Denken Sie nur mal selbst an die - leider viel zu seltenen - Aha-Momente in unserem Leben. Genau in diesem Moment erfährt unser Gehirn das erhebende Gefühl seines vollen Potentials. In dem Moment sind wir stolz auf uns selbst und fühlen uns produktiv, effektiv und einfach nur gut.
Ein anderer Aspekt tritt hinzu. Während man Schwierigkeiten und Unvorhergesehenes im beruflichen Alltag zu vermeiden sucht, lechzt man im Spiel förmlich nach der nächsten großen Herausforderung. Der Grund ist: Im Spiel sind - unabhängig von seiner äußeren Form - klare Ziele, schnelles Feedback, Herausforderungen, die im richtigen Verhältnis zum Können des Spielers stehen, soziale Interaktionen, Errungenschaften und persönlicher Fortschritt ausschlaggebend. Und eines steht all diesen Elementen voran: das Lernen. Kein Spiel ohne Problem, das wir lösen müssen. Spiele verstehen es daher wie kein zweites Instrumentarium, uns gekonnt an größere Herausforderungen heranzuführen. Spaß macht das Spiel aber nur, wenn die Balance gewahrt ist. Wenn das Problem zu leicht ist, dann wird das Spiel schnell langweilig. Ist es aber zu schwer, dann sind wir schnell frustriert.
http://www.huffingtonpost.de/roman-rackwitz/post_spiel_mensch_b_4244905.html
https://twitter.com/RomanRackwitz
Dies alles sind Aktivitäten, in denen es darum geht, besser zu werden, eine Herausforderung zu bestehen und somit Lerneffekte zu erzielen.
Was haben diese Aktivitäten gemeinsam? Normalerweise klare Ziele, klare Regeln, eine Herausforderung, die sich parallel zu meinen Fähigkeiten mitentwickelt (und somit nicht zu leicht oder zu schwer ist) und ein klares und zeitnahes Feedback.
Spieldesigner wissen das. Spiele sind daher eher auf das Element "Fortschritt" aufgebaut. Sie steigen in Level auf und wenn Sie nicht gut genug sind, dann steigen Sie halt nicht so schnell auf. Was jedoch kaum passieren wird ist, dass ein Spiel Ihnen bereits Erreichtes wieder wegnehmen wird. Gefühlt werden Sie für eine Leistung die einer Note drei entspricht also nicht bestraft, sondern nur nicht ganz so gut belohnt.Positive Psychologie nennt man so etwas.
Das Resultat ist, dass der Mensch weniger das Gefühl hat, etwas verlieren zu können. Die Wissenschaft weiß längst, dass positive Motivation langfristig viel erfolgreicher ist, als Motivation durch Verlustangst. Da dies aber weniger offensichtlich ist, wird es nach wie vor von Wirtschaft und Verwaltung ignoriert.
Wann hat man das letzte Mal Zeit und Raum vollkommen vergessen? Sehr wahrscheinlich war es während eines Video-, Brett-, oder Kartenspiels. Oder draußen im Garten beim "Räuber-und-Gendarm-Spiel" mit den Kindern. Oder beim Modellbau, Tüfteln oder der Gartenarbeit. Sicherlich kann jeder aus eigener Erfahrung bestätigen, wie sich Konzentration, Durchhaltevermögen, Kreativität und andere Fähigkeiten im Spiel fast mühelos steigern lassen. Aber warum? Weil alle diese Tätigkeiten eines gemeinsam haben - sie machen Spaß.Ein anderer Aspekt tritt hinzu. Während man Schwierigkeiten und Unvorhergesehenes im beruflichen Alltag zu vermeiden sucht, lechzt man im Spiel förmlich nach der nächsten großen Herausforderung. Der Grund ist: Im Spiel sind - unabhängig von seiner äußeren Form - klare Ziele, schnelles Feedback, Herausforderungen, die im richtigen Verhältnis zum Können des Spielers stehen, soziale Interaktionen, Errungenschaften und persönlicher Fortschritt ausschlaggebend. Und eines steht all diesen Elementen voran: das Lernen. Kein Spiel ohne Problem, das wir lösen müssen. Spiele verstehen es daher wie kein zweites Instrumentarium, uns gekonnt an größere Herausforderungen heranzuführen. Spaß macht das Spiel aber nur, wenn die Balance gewahrt ist. Wenn das Problem zu leicht ist, dann wird das Spiel schnell langweilig. Ist es aber zu schwer, dann sind wir schnell frustriert.
- In einem spielerischen Umfeld gelingt es dem Menschen am effektivsten und effizientesten, sein volles Potential zu entfalten und dies auch über einen längeren Zeitraum als in irgendeiner anderen Situation, ohne dabei großartig geistige oder körperliche Erschöpfung zu spüren.
- Seine Motivation entspringt beim Spieler dabei aus ihm selbst (intrinsisch), als dass er dazu ‚überredet‘ werden muss (extrinsisch). Würde ein Außerirdischer die Spezies Mensch das erste Mal beim ‚Spielen‘ kennenlernen, muss er einfach zur Schussfolgerung kommen, dass der ‚homo sapiens‘ eine reine Lern- und Problemlösungsmaschine ist. Ein unangenehmer Gegner.
http://www.huffingtonpost.de/roman-rackwitz/post_spiel_mensch_b_4244905.html
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