Empathiedefizit macht erfolgreich

Sicher ist, dass Gähnen bei Menschen, Schimpansen und Hunden ansteckend wirkt. Allein das Gähn-Geräusch löst bei Artgenossen das Bedürfnis aus selbst zu gähnen. Dieses Phänomen führen Wissenschaftler auf das Einfühlungsvermögen zurück: Wer sich gut in andere hineinversetzen und seine Gefühle nachempfinden kann, lässt sich besonders leicht anstecken. Gähnen hat bei sozialen Säugetieren auch etwas mit der Bindung zu tun, daneben stärkt es das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gruppe. Die emotionale Nähe spielt hier natürlich eine entscheidende Rolle. Von Freunden oder Familienmitglieder lassen wir uns leichter anstecken als von Fremden. Finden wir jemanden sympathisch gähnen wir mit, obwohl wir es gar nicht müssen.

Bei Psychopathen trifft dies allerdings nicht zu. Menschen mit psychopathischen Eigenschaften lassen sich weniger vom Gähnen anstecken, als einfühlsame Zeitgenossen. So das Ergebnis einer Studie der Baylor University Psychologie, die nun im Fachmagazin "Journal Personality and Individual Differences" veröffentlicht wurde. Je weniger Empathie - Einfühlungsvermögen ein Mensch demnach hat, um so weniger gähnt er mit.

http://www.merkur.de/leben/gesundheit/psychopathen-lassen-sich-durch-gaehnen-anderen-nicht-anstecken-zr-5378935.html

Siehe auch:
Kevin Dutton ist am Lehrstuhl für Experimentelle Psychologie an der Universität in Oxford tätig. Zuvor war er Forschungsstipendiat am dortigen Faraday-Institut und am St Edmund’s College an der University of Cambridge, sowie Gastprofessor für Public Engagement with Psychological Science an der University of Essex.
In der Querschnittsbefragung The Great British Psychopath Survey bestimmte Dutton 2011 den Grad an Psychopathie innerhalb der britischen Bevölkerung. Die höchsten Werte erreichten CEOs, Anwälte und Medienleute in Fernsehen und Rundfunk.
2014 publizierte er zusammen mit dem als psychopathisch diagnostizierten Kämpfer einer Spezialeinheit Andy McNab ein Buch, das die Aneignung moderater psychopathischer Wesenszüge als hilfreich für die Adaption an eine psychopathischer werdende Gesellschaft darstellt.


Trotz der eindeutigen Ergebnisse warnt Dipl.-Soz. Paul J. Dauer Mitmenschen als Psychopathen abzustempeln. "Wenn Sie gähnen und jemand anderes nicht, heißt es nicht das die andere Person ein Psychopath ist. Bei Fremden gähnen viele Leute nicht mit", sagt Rundle.

Kin selection und Xenophobie überstrahlen alles.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Samurai – Himmel und Hölle

Ikea-Effekt

jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich