Was macht die Restpopulation?
Kontextabhängige Identitäts-Bildung durch Anpassung an die situativen Erfordernisse, die wiederum bestimmt ist durch die die Restpopulation.
"Beim Menschen freilich kommen beispielsweise laut dem Schweizer Verhaltensökonom Ernst Fehr dreierlei Erschwernisse hinzu, die ein soziales Entgleiten in die Gier befördern: Erstens, dass dieses Belohnungssystem direkt mit unseren mächtigen übergeordneten Entscheidungsinstanzen im Stirnhin eng verdrahtet ist, dass Geld offenkundig ein besonders mächtiges Suchtmittel ist, wie Experimente mit Bankern gezeigt haben, und dass drittens dieser Erfolgszwang von einem weiteren mächtigen Mechanismus der Gedächtnisbildung begünstigt wird, den die Neurologen als „Priming“ – Bahnung – bezeichnen. Gemeint ist damit ein Prozess, der sich noch weitgehend im neuronalen Dunkel unserer Hirnwindungen abspielt, dessen Alltagskonsequenzen sich aber eindrucksvoll belegen lassen. Es geht um die heimlich-dominante Rolle des Unterbewusstseins. Um Begriffe, die – ohne, dass wir darüber nachdenken oder sie auch nur wahrnehmen – heimlich unsere Einstellungen und Sehnsüchte verändern. Wer sich dauernd im Wettbewerb steigern muss und sich in einem Milieu zu behaupten hat, in dem man schon bei der Wahl der Begriffe nicht zimperlich ist, um Misserfolge den anderen in die Schuhe zu schieben, der wird auch eigenes Fehlverhalten eher dulden. Banker im Bankensystem, das hat Fehr vor einem Jahr in „Nature“ gezeigt, neigen in ihrem Beruf und im Banken-System grundsätzlich eher zu Unehrlichkeit als im Privatleben."
Es geht um die „Entschleunigung“ des Fußballbetriebs, um die Abkehr vom Erfolgszwang, um die Verringerung des Wettbewerbscharakters innerhalb der Mannschaft und schließlich um die Hoffnung, dass irgendwann auch die Angst vor einem gescheiterten Aktion unbegründet ist.
http://blogs.faz.net/planckton/2015/05/29/die-gierigen-1339/
Ernst Fehr (* 21. Juni 1956 in Hard, Vorarlberg) ist ein österreichischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Mikroökonomik und Experimentelle Wirtschaftsforschung am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Zürich.
Seine Forschung umfasst die Bereiche der Entwicklung der menschlichen Zusammenarbeit und Sozialität, insbesondere Fairness, Reziprozität und begrenzte Rationalität. Er ist auch bekannt für seine Beiträge zu dem neuen Gebiet der Neuroökonomie sowie zur Behavioral Finance und Experimentalökonomie.
"Beim Menschen freilich kommen beispielsweise laut dem Schweizer Verhaltensökonom Ernst Fehr dreierlei Erschwernisse hinzu, die ein soziales Entgleiten in die Gier befördern: Erstens, dass dieses Belohnungssystem direkt mit unseren mächtigen übergeordneten Entscheidungsinstanzen im Stirnhin eng verdrahtet ist, dass Geld offenkundig ein besonders mächtiges Suchtmittel ist, wie Experimente mit Bankern gezeigt haben, und dass drittens dieser Erfolgszwang von einem weiteren mächtigen Mechanismus der Gedächtnisbildung begünstigt wird, den die Neurologen als „Priming“ – Bahnung – bezeichnen. Gemeint ist damit ein Prozess, der sich noch weitgehend im neuronalen Dunkel unserer Hirnwindungen abspielt, dessen Alltagskonsequenzen sich aber eindrucksvoll belegen lassen. Es geht um die heimlich-dominante Rolle des Unterbewusstseins. Um Begriffe, die – ohne, dass wir darüber nachdenken oder sie auch nur wahrnehmen – heimlich unsere Einstellungen und Sehnsüchte verändern. Wer sich dauernd im Wettbewerb steigern muss und sich in einem Milieu zu behaupten hat, in dem man schon bei der Wahl der Begriffe nicht zimperlich ist, um Misserfolge den anderen in die Schuhe zu schieben, der wird auch eigenes Fehlverhalten eher dulden. Banker im Bankensystem, das hat Fehr vor einem Jahr in „Nature“ gezeigt, neigen in ihrem Beruf und im Banken-System grundsätzlich eher zu Unehrlichkeit als im Privatleben."
Es geht um die „Entschleunigung“ des Fußballbetriebs, um die Abkehr vom Erfolgszwang, um die Verringerung des Wettbewerbscharakters innerhalb der Mannschaft und schließlich um die Hoffnung, dass irgendwann auch die Angst vor einem gescheiterten Aktion unbegründet ist.
http://blogs.faz.net/planckton/2015/05/29/die-gierigen-1339/
Ernst Fehr (* 21. Juni 1956 in Hard, Vorarlberg) ist ein österreichischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Mikroökonomik und Experimentelle Wirtschaftsforschung am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Zürich.
Seine Forschung umfasst die Bereiche der Entwicklung der menschlichen Zusammenarbeit und Sozialität, insbesondere Fairness, Reziprozität und begrenzte Rationalität. Er ist auch bekannt für seine Beiträge zu dem neuen Gebiet der Neuroökonomie sowie zur Behavioral Finance und Experimentalökonomie.
„Die Welt ist ein Heuhaufen, ein jeder pflückt davon, soviel er kann“
Hieronymus Bosch
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