Freiwillige Selbstkontrolle

Der Weg war vorgezeichnet. Das ist heute nicht mehr so.
Die Freisetzung aus der traditionellen, klassenkulturell geprägten Zwangsbiographie tauscht der moderne Mensch gegen die selbstgewählte Unterwerfung unter die Erfordernissen der Wahlbiographie.
Da kann heute schon die Wahl des richtigen Kindergartens entscheidend sein.
Fremdzwänge werden zu Selbstzwängen im Rahmen der Biografie Planung.
Der moderne Mensch freigelassen in die Selbstwerdung, sieht sich nun mit den Zumutungen ständiger Selbstoptimierung konfrontiert.
Zu seiner Selbstentfaltung benötigt er Selbstkontrolle um sein Ziel zu erreichen.
Strange Krawatte, ausgeleierter Vortrag, trotzdem top der Roy Baumeister:
"Self control overrules self esteem in terms of predicting success.
Forget about self‑esteem. Work on self‑control.“
https://books.google.com/ngrams
Gewohnheiten (Stimulus-response) überwinden, Veränderung herbeiführen:
Forget about self‑esteem. Work on self‑control.“
Sozialwissenschaftlich gesehen ist Selbstkontrolle ein weit valideres Vorhersage Kriterium für Erfolg als Selbstbewusstsein. In der Öffentlichkeit ist der Begriff Selbstkontrolle trotzdem weniger populär als Selbstbewusstsein. Selbstkontrolle ist nicht sexy. Selbstkontrolle riecht nach harter Arbeit. Der Popularitäts-Unterschied lässt sich statistisch belegen. Die Grafik unten zeigt die Häufigkeit des Vorkommens beider Begriffe in der Literatur. Besonders beliebt war der Begriff Selbstkontrolle, wie man unten sieht, zu Zeiten der totalitären Regime und beim Wiederaufbau.
Mit Beginn der 60er Jahre steigt Selbstkontrolle nur noch mäßig und das Selbstbewußtsein geht durch die Decke.
Google ngram viewer misst die Häufigkeit eines Begriffs in der google Bücher Datenbank.https://books.google.com/ngrams
Gewohnheiten (Stimulus-response) überwinden, Veränderung herbeiführen:

Gratifikationsaufschub
Siehe Mischel Marschmallow-Test.
In den Jahren 1968 bis 1974 führte er mit etwa vier Jahre alten Kindern aus der Vorschule des Stanford Campus Experimente zum Belohnungsaufschub durch. In Einzelsitzungen wurde den Kindern ein begehrtes Objekt vor Augen geführt, beispielsweise ein Marshmallow (in Varianten des Experiments wurden u.a. Kekse, Salzgebäck oder Pokerchips aus Plastik verwendet). Der Versuchsleiter teilte dem jeweiligen Kind mit, dass er für einige Zeit den Raum verlassen würde, und verdeutlichte ihm, dass es ihn durch Betätigen einer Glocke zurückrufen konnte und dann einen Marshmallow erhalten würde. Würde es aber warten, bis der Versuchsleiter von selbst zurückkehrte, erhielte es zwei Marshmallows. Hatte das Kind die Glocke nicht betätigt, kehrte der Versuchsleiter gewöhnlich nach 15 Minuten zurück.
Die durchschnittlichen Wartezeiten der Kinder betrugen in verschiedenen Abwandlungen des Experiments ca. 6-10 Minuten, wobei die Wartezeiten jedoch sehr stark streuten. Mischel fand in Nachbeobachtungsstudien in den Jahren 1980–1981: Je länger die Kinder im ursprünglichen Experiment gewartet hatten, desto kompetenter wurden sie als Heranwachsende in schulischen und sozialen Bereichen beschrieben, und desto besser konnten sie mit Frustration und Stress umgehen sowie Versuchungen widerstehen; darüber hinaus zeigten sie auch eine tendenziell höhere schulische Leistungsfähigkeit.
Selbstkontrolle kostet Energie.
Willenskraft ermüdet wie ein Muskel durch Gebrauch.
Willenskraft ermüdet wie ein Muskel durch Gebrauch.
Kann aber trainiert werden.
Break the habit - improve willpower.
Mit kleinen Schritten, einfachen Aufgaben beginnen.
Blitzkrieg Taktik - alle Kräfte auf ein Ziel richten.
"Ego depletion is consistent with the understanding of automatic and controlled processing.
Controlled processing depletes the limited resource."
Jede bewußte Entscheidung kostet Energie.Je schwieriger, desto mehr.
Siehe auch paradox of choice - Barry Schwartz
Selbstkontrolle und Selbstdisziplin aufrechtzuerhalten,
kostet Kraft, und übermäßiger Gebrauch dieser Energie führt in
einen Zustand der Erschöpfung, der Selbsterschöpfung“- Ego‑Depletion.
Die Versuchspersonen nahmen rund um einen Tisch Platz, auf dem eine Schale mit frischen Keksen, eine mit Schokolade – und eine mit Radieschen standen. Eine Gruppe wurde ermutigt, bei den Süßigkeiten zuzugreifen, eine zweite musste sich mit den Radieschen begnügen. Für die Beob‑ achter im Nebenraum war nicht zu übersehen, dass die Radies‑ chen‑Probanden erhebliche Selbstkontrolle aufbringen mussten, nicht nach den Keksen zu greifen. Im zweiten Teil der Versuchsanordnung wurden die Teilneh‑ mer in einen anderen Raum gebeten, wo sie ein geometrisches Puzz‑ le lösen sollten (das aber nicht lösbar war, denn tatsächlich sollte die Ausdauer bei der Bearbeitung einer schwierigen Aufgabe getestet wer‑ den). Diejenigen, denen zuvor erlaubt worden war, Süßigkeiten zu essen, versuchten rund 20 Minuten lang, die Aufgabe zu bewältigen. Die Radieschen‑Probanden gaben schon nach acht Minuten auf.
Hungrige Richter urteilen strenger.
Kurz vor der Mittagspause ist es ganz harrt.
Prozeßtermine richtig legen!

"We find that the likelihood of a favorable ruling is greater at the very beginning of the work day or after a food break than later in the sequence of cases. This pattern is readily evident in diagram below, which plots the proportion of favorable rulings by ordinal position for 95% of the observations in each decision session. The plot shows that the likelihood of a ruling in in favor of a prisoner spikes at the beginning of each session—after a break for a meal. from the perspective of the prisoner, there is a clear advantage to appearing at the beginning of the session (i.e., either at the beginning of the day or immediately following the break)."
Also bei der nächsten Vorladung ein Snickers in der Tasche haben!
Beleg für die situatve Identität.
Siehe auch Batesons Samariter Experiment.
Batson ließ Versuchspersonen (Religiös geprimete v.s. Normalos) an einer offensichtlich hilfsbedürftigen Person am Wegesrand vorbeigehen und variierte die Vorgaben. Die Theologiestudenten, die mehr als genügend Zeit für den Weg bekamen, boten sechsmal häufiger ihre Hilfe an als solche, die zur Eile gedrängt wurden. Doch das erstaunlichste Ergebnis war ein anderes: Ob die Leute halfen oder nicht, hing nicht im Geringsten damit zusammen, ob sie gerade mit religiösen Gedanken befasst waren oder nicht. Ein Teil der Studenten sollte im Tonstudio einen belanglosen Vortrag über die Berufsperspektiven gescheiterter Pfarrer halten. Der andere Teil sollte über das Gleichnis des barmherzigen Samariters predigen. Gleich mehrere von ihnen stiegen ohne anzuhalten über das Opfer hinweg.
Batson kam zum Schluss, dass weniger hilfsbereit ist, wer es eilig hat. Jesu Beispielerzählung sah er im Experiment bestätigt. Der Priester und der Levit, so spekulierte Batson, waren religiöse Funktionäre, »eilig unterwegs mit kleinen schwarzen Büchern voller Treffen und Verabredungen, verstohlen auf ihre Sonnenuhren blickend.« Der Samariter dagegen war kein wichtiger Mann und hatte Zeit.
Ob jemand hilft oder nicht, hängt weniger von seiner religiösen Einstellung ab als von seiner Achtsamkeit und seiner generellen Offenheit anderen gegenüber - und eben davon, ob er Zeit hat oder nicht, ob er gelassen ist oder gestresst.
Helpful mental tricks:
Siehe auch Kelly Mc Gonigall.
Entscheidungen reduzieren.
Rituale, Routinen etablieren.

Nix Neues. Die Idee hat er von Mickey Rourke
aus 9 ½ Wochen geklaut.
"Bekannt ist der Film neben seinem erotischen Inhalt auch für seine asiatisch inspirierte Mode. So öffnet John einen Wandschrank, der eine Vielzahl identischer Hemden und Anzüge des Designerhauses Comme des Garçons enthält."
Es sind die Strukturen.
Siehe Nudge Richard Thaler.

Rituale, Routinen etablieren.

Nix Neues. Die Idee hat er von Mickey Rourke
aus 9 ½ Wochen geklaut.
"Bekannt ist der Film neben seinem erotischen Inhalt auch für seine asiatisch inspirierte Mode. So öffnet John einen Wandschrank, der eine Vielzahl identischer Hemden und Anzüge des Designerhauses Comme des Garçons enthält."
Es sind die Strukturen.
Siehe Nudge Richard Thaler.
Eine Sirene (griechisch Σειρήν Seirēn) ist in der griechischen Mythologie ein weibliches Fabelwesen (Mischwesen aus ursprünglich Frau und Vogel, später auch Frau und Fisch), das durch seinen betörenden Gesang die vorbeifahrenden Schiffer anlockt, um sie zu töten.
Odysseus wollte den Sirenen-Gesang aus Neugier dennoch hören. Er ließ auf den Rat der Zauberin Kirke hin seinen Gefährten die Ohren mit geschmolzenem Wachs verschließen und sich selbst an den Mast des Schiffes binden. So konnte er den Gesang der Sirenen zwar vernehmen, die ihm bei einem kurzen Besuch die Zukunft mitzuteilen versprachen, aber als er hingerissen folgen wollte, banden die Gefährten seine Seile wie vorher ausgemacht noch fester. Außer Hörweite gekommen, verlor der Zauber seine Wirkung.
Noch besser wäre eine andere Route gewesen, um erst gar nicht in Versuchung zu kommen.
Allgemein gilt:
Die wichtigste Voraussetzung für einen guten Spieler ist die Fähigkeit zur:
Selbstregulation:
Nicht reagieren, sondern "proaktiv" entsprechende Strukturen schaffen.
Die wichtigste Voraussetzung für einen guten Spieler ist die Fähigkeit zur:
Selbstregulation:
- Impulskontrolle
- Gratifikationsaufschub
- Frustrationstoleranz
Nicht reagieren, sondern "proaktiv" entsprechende Strukturen schaffen.
Roy F. Baumeister (* 16. Mai 1953) ist Professor für Sozialpsychologie an der Florida State University in Tallahassee, Florida, mit den Themenschwerpunkten Sexualität, Selbstkontrolle, Selbstbehauptungsmechanismen, Motivation und Aggression.
Er studierte von 1970 bis zu seiner Promotion 1978 an der Princeton University, in Heidelberg und an der Duke University. Danach war er für ein Jahr als Postdoktorand an der University of California in Berkeley tätig. 1984 wurde er außerordentlicher Professor an der Case Western Reserve University und wirkte dort bis 1989. In diesen Zeitraum fiel eine einjährige Gastprofessur an der University of Texas in Austin von 1986 bis 1987.
2015 wurde Baumeister in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.
https://www.psychologytoday.com/files/attachments/584/baumeisteretal1998.pdf
https://www.psychologytoday.com/files/attachments/584/baumeisteretal1998.pdf










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