Ironische und paradoxe Gedanken

In der psychologische Forschung hat man sich mit der Thematik Gedankenunterdrückung intensiv beschäftigt. Besonders der Umstand, dass Gedanken, die eine gewisse Zeit unterdrückt wurden, sich in einem schwachen Moment, auch ego depletion genannt, umso intensiver ins Bewusstsein drängen, ist hier von großem Interesse. Dieses Phänomen hat unter der Bezeichnung Ironische Prozesse Einzug in die Fachsprache gefunden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von dem Paradoxen Effekt der Gedankenunterdrückung. Paradox deshalb, weil sich der Unterdrückende zu gewissen Zeiten mit einem Ausbruch“ des unerwünschten Gedankens konfrontiert sieht.
"Herr R. ist wild entschlossen: Diesmal wird es ihm gelingen, das Rauchen endgültig aufzugeben. Immerhin hat er um eine Kiste Champagner gewettet! Er steht wie jeden Abend auf dem Bahnsteig, wartet auf die S-Bahn und betrachtet die schon fast bekannten Gesichter der Umstehenden. Mehrere halten eine Zigarette in der Hand. „Jetzt auch eine!“ schießt es ihm durch den Kopf. Aber nein, das geht doch nicht; ärgerlich schiebt Herr R. den Gedanken beiseite und befiehlt sich, an etwas anderes zu denken. Es scheint jedoch wie verhext: Immer wieder fällt ihm das Rauchen ein." 
"Die Frage nach dem Sinn intrusiver Gedanken kann also dahingehend beantwortet werden, daß Sprünge und Einschüsse in Gedankenabläufen möglicherweise ein wichtiges Phänomen im Rahmen kreativer Prozesse und beim Problemlösen sind. So wird der manchmal als Fehler empfundene Gedankensprung zu einem gewinnbringenden Aspekt menschlichen Wesens."
"So ist es für viele Patienten sehr hilfreich zu erfahren, daß das Auftreten intrusiver Gedanken und Sorgen ein normales Phänomen ist, das keinen Indikator für kognitive oder emotionale Defizite darstellt. Eine weniger abwehrende Haltung gegenüber unerwünschten Gedanken und damit vermutlich auch verminderte Anstrengungen, solche Gedanken zu unterdrücken, würde nach den bisherigen Erkenntnissen entweder zu einer Reduktion der Gedanken führen oder die Häufigkeit zumindest unbeeinflußt lassen."
Was hilft?:
Verhaltensziele positiv formulieren sprich Aufgabenorientierung.


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