Kraft durch Ruhe und Arbeit

Aimé Jacquet, Frankreichs Weltmeister-Trainer von 1998, kann Zidane entschlüsseln wie kaum jemand sonst. Als er noch aktiv spielte, sagte Jacquet einmal, Zidane führe das Spiel, indem er ihm diene. »Das Spiel beruhigt sich, wenn er in der Nähe ist«, sagte Jacquet, »alle fühlen sich sicherer, freier, fähiger.« Alte Aufzeichnungen zeigen: Wer neben Zidane auflief, musste keine Pässe erwarten, die Stress bedeuteten, er konnte sicher sein, zum perfekten Zeitpunkt perfekt eingesetzt zu werden, natürlich beflügelt das. Und nur, wenn garantiert kein anderer Spieler besser stand als er, schuf sich Zidane Möglichkeiten auf eigene Faust.
Jeder seiner ehemaligen Trainer bestätigt es: Zidane war bescheiden, und er arbeitete hart, härter als die meisten anderen Profis. Er folgte, bestimmt ohne es zu wissen, einem Aphorismus Goethes, der lautet: »Genie ohne Fleiß ist nichts.« Und Zidane war ein äußerst fleißiges Genie, er war selbst sein größter Schinder, auch dann noch, als er längst angekommen war in Turin, in Madrid. Er schliff sich selbst, immer feiner, immer funkelnder, als hätte er begriffen, dass sein Talent ein so großer Diamant war, dass er nicht ihm allein, sondern dem Publikum der ganzen Welt gehörte.

Schon als Jugendlicher putzte er freiwillig Mannschaftskabinen, um Demut zu üben und seine Wutausbrüche unter Kontrolle zu bekommen. Beharrlich erarbeitete er sich einen »linken Fuß«, indem er in stundenlanger Qual Bälle gegen Mauern trat.
http://www.11freunde.de/artikel/zinedine-zidane-neuer-real-trainer/page/1

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