Motivationsverdrängung

"Man kann diesen Effekt ganz einfach testen. Man nehme sich sein eigenes oder – falls nicht verfügbar – ein beliebiges anderes Kind und identifiziere, womit es sich am liebsten beschäftigt. Es ist egal, ob es sich um das Lesen von Büchern, das Zeichnen von Bildern, das Werfen von Bällen, das Spielen von Video Games oder das Verprügeln von Nachbarkindern handelt. Dann zahlt man diesem Kind jedes Mal, wenn es seine Lieblingstätigkeit ausführt, eine Geldprämie. Man wird feststellen, dass die Lieblingstätigkeit sehr bald keine Lieblingstätigkeit mehr ist, sondern nur noch ausgeübt wird, wenn sie entsprechend belohnt wird."

Auch Überrechtfertigungseffekt oder Korrumpierungseffekt genannt. Funktioniert auch mit zu viel Loben.Vernichtet intrinsische Motivation nachhaltig.

"Als sich vor einigen Jahrzehnten die Instrumente der leistungsorientierten Mittelvergabe in Unternehmen durchzusetzen begannen, kursierte unter Mitarbeitern der Witz zweier fiktiver Mineralölfirmen „Super“ und „Hyper“, die nach dem Vorbild der Universitäten in Oxford und Cambridge einen Ruderwettkampf im Achter veranstalteten. Weil in den letzten Jahren das „Super“-Boot immer verlor, beschloss die Geschäftsleitung von Super, die Videoaufzeichnung der letzten Rennen zu analysieren. Im „Hyper-Boot“ erkannte man acht Ruderer und einen Steuermann, im „Super-Boot“ acht Steuermänner und nur einen Ruderer. Auf die Frage, was man machen könnte, antwortete der Personalleiter von „Super“ ganz im Sinne der leistungsorientierten Mittelvergabe: „Motivieren! Den Mann besser motivieren!“"

http://sozialtheoristen.de/2015/09/17/motivationsverdraengungseffekt-die-perverse-wirkung-von-leistungsanreizen-in-der-wissenschaft/#more-5954




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