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Klubs wie der dänische Überraschungsmeister FC Midtjylland setzen auf wissenschaftliche Statistiken und komplizierte mathematische Algorithmen, um den sportlichen Erfolg berechenbarer zu machen. Die Methodik stammt ursprünglich aus dem Baseball – und könnte nach Vorstellung ihrer Vertreter den europäischen Fußball revolutionieren.
»Menschen ertragen es kaum, wenn sie die Dinge nicht kontrollieren können, deshalb konstruieren sie Geschichten«, sagt Benham. Das ist fast wörtlich ein Zitat aus dem Buch »Schnelles Denken, langsames Denken« des Nobelpreisträgers Daniel Kahneman, das jeder Mitarbeiter im Unternehmen von Benham lesen muss, auch beim FC Midtjylland. Es geht in diesem Buch um all die Streiche, die wir uns spielen, wenn wir Entscheidungen treffen. Indem wir etwa Geschichten konstruieren, um vermeintlich sinnvolle Aussagen zu machen, die in Wirklichkeit aber höchst irrational sind. Weil wir nicht akzeptieren wollen, dass der BVB einfach nur sehr viel Pech gehabt haben könnte.
Das klingt grausam, technologisch und kalt. Ein Computer, der einem Trainer vorrechnet, wie gut seine Mannschaft ist. Aber es ist nicht grausam, im Gegenteil! Für Riddersholm bedeutet es nämlich, dass ihm niemand einen Strick daraus drehen wird, wenn ein Stürmer kurz vor Schluss den Sieg verballert oder sein Kapitän durch einen Fehlpass in der Schlussminute die Niederlage einleitet. Benham oder Ankersen werden ihn nicht dafür opfern, kein Glück zu haben. Auf der anderen Seite wird sich Riddersholm sogar bei Siegen rechtfertigen müssen, wenn die Mannschaft unter den Erwartungen gespielt hat.
Rasmus Ankersen - The Goldmine Effect
Die separate Betrachtung klassischer Fußballstatistiken wie Passquote, Anzahl von Ballaktionen oder Laufleistung einzelner Akteure spielen in der Spielanalyse der Dänen keine zentrale Rolle. Das Bauchgefühl der Verantwortlichen sowieso nicht.
Stattdessen werden nach Vorbild der 'Sabermetrics'-Methodik aus dem Baseball zahlreiche Werte mit Hilfe von Algorithmen in Beziehung zueinander gesetzt. Das macht eine kombinierte Betrachtung von Taktik, Technik, Physis und Psyche auf wissenschaftlicher Basis möglich.
Das klingt grausam, technologisch und kalt. Ein Computer, der einem Trainer vorrechnet, wie gut seine Mannschaft ist. Aber es ist nicht grausam, im Gegenteil! Für Riddersholm bedeutet es nämlich, dass ihm niemand einen Strick daraus drehen wird, wenn ein Stürmer kurz vor Schluss den Sieg verballert oder sein Kapitän durch einen Fehlpass in der Schlussminute die Niederlage einleitet. Benham oder Ankersen werden ihn nicht dafür opfern, kein Glück zu haben. Auf der anderen Seite wird sich Riddersholm sogar bei Siegen rechtfertigen müssen, wenn die Mannschaft unter den Erwartungen gespielt hat.
Leistung
Erfolg
die Informationen und Berechnungen aus London seine Arbeit besser machen. »Die Augen sehen doch, was sie wollen«, sagt er. Das gilt für die Bewertung von Spielen und von Spielern. Selbst die grundsätzliche Betrachtung des Fußballs folgt irreleitenden Instinkten.
Zur Bewertung seiner Spieler greift Riddersholm auf in London berechnete »KPIs« zurück, Key Performance Indicators.
Klubs, die ihre wichtigsten Angestellten rauswerfen, als würden sie die Götter besänftigen wollen, weil ihre Mannschaft gerade kein Glück hat.
Das Problem ist nur, dass der Fußball immer noch von EQ-Typen regiert wird. Also von all den emotionalen Trainern und Managern mit ihrem ausgeprägten Bauchgefühl. Dem kühlen Verstand der IQ-Typen stehen sie oft genauso misstrauisch gegenüber wie die Vereinsbosse, die zumeist nur naive Fans sind.
Seit Jahren ist im Fußball nach der ersten »Moneyball«-Fußballmannschaft gesucht worden. So wie es Billy Beane im Baseball mit den Oakland Athletics vorgemacht hat, wo er Spielstatistiken radikal anders analysierte und damit der wirtschaftlich überlegenen Konkurrenz eine Nase drehte. Sogar nach Hollywood hat er es damit geschafft, wo er im Film »Moneyball« von Brad Pitt gespielt wurde.
FC Midtjylland
Rasmus Ankersen - The Goldmine Effect
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